Lehrerversorgung in Lippe sehr unterschiedlich

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SPD-Landtagsabgeordnete fordern gleiche Bezahlung

Kreis Lippe: Während die meisten Gymnasien rechnerisch über ausreichend Personal verfügen, fehlen besonders an Lippes Grund- und Förderschulen Lehrer. Das geht aus einer Antwort einer Anfrage der lippischen Landtagsabgeordneten Ellen Stock, Dr. Dennis Maelzer und Jürgen Berghahn hervor. Die SPD-Politiker fordern deshalb mehr Anstrengungen des Landes und die gleiche Eingangsbesoldung für Lehrer aller Schulformen.

An Schulen in Nordrhein-Westfalen fehlen in den kommenden zehn Jahren rund 15.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Gleichzeitig ist trotz dieses Lehrermangels mit einem Überhang von 16.000 Absolventinnen und Absolventen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen zu rechnen. Diese Schieflage zeigt sich auch vor Ort: „Zwar sind Lippes Schulen vergleichsweise gut aufgestellt. Jedoch sind vor allem die Grund- und Förderschulen im Kreis von einem Lehrermangel betroffen. Jede zehnte lippische Schule weist eine Personalausstattungsquote von unter 90 Prozent auf“, so Stock. „Wir müssen mehr ausbilden und endlich die unterschiedliche Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern abschaffen. Eine Einstellung muss für alle mit A13 erfolgen“, drängt Maelzer.

Bei den Gymnasien sind rechnerisch mehr als 100 Prozent der Stellen besetzt. An jeder dritten Förderschule beträgt die Versorgung nach Zahlen der Landesregierung allerdings unter 89 Prozent. Zum Zeitpunkt der Kleinen Anfrage waren im Kreis Lippe 60 Stellen im Bereich der sonderpädagogischen Förderung unbesetzt. Allein an den lippischen Grundschulen fehlten aktuell 21 sonderpädagogischen Lehrkräfte.

Insgesamt stellt sich die Lehrerversorgung in NRW sehr ungerecht für die drei lippischen Landtagsabgeordneten dar. „So können beste Bildung und Inklusion in Nordrhein-Westfalen nicht gelingen. Deshalb muss die Landesregierung jetzt schnell reagieren und für eine gerechtere Versorgung über alle Schulformen hinweg sorgen“, fordert Berghahn. Sonst werde sich die Ungleichheit in der Stellenversorgung noch verschärfen. Bei den teilweise unterbesetzten 51 lippischen Grundschulen hätten zuletzt 41 Stellen vergeben werden können. Bei den 11 Gymnasien seien hingegen 45 Stellen neu besetzt worden.

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