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Ellen Stock MdL

 

„Das Förderprogramm für die Sommerferien kommt viel zu spät“

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Knapp eine Woche vor den Ferien gibt das NRW-Schulministerium die Bedingungen für zusätzliche Ferienangebote bekannt. So kurzfristig wird das kaum noch umzusetzen sein, kritisiert die SPD-Landtagsabgeordnete Ellen Stock.

Kreis Lippe. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat am Dienstag, 23. Juni 2020, vorgestellt, wie es für die Schulen nach den Sommerferien weitergehen sollen. Nicht nur dabei blieben viele Fragen ungeklärt. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist das 75 Millionen Euro schwere Förderprogramm, mit dem Gebauer zusätzliche „Unterrichts- und Förderprogramme für die Sommerferien“ ermöglichen will. Umsetzen sollen das die Kommunen bzw. die Träger der Schulen vor Ort. „Knapp eine Woche vor den Ferien sind die Bedingungen für das Programm bekannt gegeben worden. Das kommt leider viel zu kurzfristig“, ärgert sich die SPD-Landtagsabgeordnete Ellen Stock.

„Grundsätzlich ist so ein Förderprogramm eine gute Sache – wenn es viel früher veröffentlicht und ermöglicht worden wäre“, sagt Stock. „Wenn ich mir die Details des von Gebauer aufgelegten Programms anschaue habe ich große Zweifel am Erfolg. Denn viele Städte und Gemeinden werden so kurz vor den Ferien kaum in der Lage sein, mal eben noch zusätzliche Förderangebote auf den Weg zu bringen.“

Die zusätzlichen Förderangebote sollen sich speziell an Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Bedarf sowie an Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien richten. Angesprochen sind Mädchen und Jungen von der ersten bis zur achten Klasse, die auf freiwilliger Basis an den Angeboten teilnehmen sollen. Ziel ist es, die Auswirkungen der Corona-Krise – Unterrichtsausfall, Lernen auf Distanz, fehlende soziale Kontakte – bei den Kindern durch verschiedene Angebote in den Sommerferien abzufedern.

"Das ist gut und sinnvoll. Deshalb hat die SPD schon im April im Schulausschuss und in der jüngsten Plenumssitzung im Landtag solch ein Programm gefordert. Leider hat sich die Landesregierung damit zu viel Zeit gelassen. Die Bekanntgabe der Fördermöglichkeit für zusätzliche Ferienangebote kommt rund eine Woche vor Ferienbeginn viel zu spät“, ärgert sich Stock. „Ich befürchte, dass dadurch viele Schülerinnen und Schüler nicht erreicht werden.“ Dass das Land nicht in die Puschen komme und die Verantworten mal wieder auf die Kommunen und die Schulen abwälze, dafür hat Stock nur noch Kopfschütteln übrig.

Auch aus ihrem Wahlkreis hatte es schon Kritik an dem Förderprogramm gegeben. Denn für die Kommunen als Träger der Schulen sei es kaum möglich, so kurzfristig ein zusätzliches Ferienprogramm neben dem, das es beispielsweise durch die OGS an Grundschulen gibt, auf die Beine zu stellen. „Da stellen sich beispielsweise Fragen nach einem Konzept für solche Programme oder nach der Finanzierung. 20 Prozent der Kosten sollen nämlich die Kommunen selbst tragen, 80 Prozent bezahlt das Land“, erklärt Stock.

Auch die Frage, wo denn auf die Schnelle das Personal für solche Programme herkommen soll, bleibt offen. „Das Schulministerium stellt sich vor, dass OGS-Kräfte, Lehrerinnen und Lehrer, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter,  Studierende oder geeignete Ehrenamtliche diese Aufgabe übernehmen sollen. Die in der Kürze der Zeit zu finden, wird kaum möglich sein“, sagt Stock. „Dass Ministerin Gebauer dabei allen Ernstes glaubt, dass Lehrerinnen und Lehrer nach dem Hin und Her in der Corona-Krise freiwillig auf ihre wohlverdienten Sommerferien verzichten und stattdessen als Betreuer bei den zusätzlichen Förderprogrammen tätig werden, kann eigentlich nur ein schlechter Scherz sein“, sagt Stock. „Unter diesen Voraussetzungen wird das Förderprogramm wohl kaum angenommen werden und die Kinder nicht erreichen.“

Das zu diesen Bedingungen und zu spät aufs Gleis gesetzte die „Unterrichts- und Förderprogramm für die Sommerferien“ ist leider das neueste Beispiel für das planlose Vorgehen von Ministerin Gebauer während der Corona-Krise. Bei der Diskussion um die Öffnung der Schulen ist kein Konzept zu erkennen, dann die plötzliche Rückkehr zum Regelbetrieb an Grundschulen - nur zwei Wochen vor den Sommerferien -, verwirrende Aussagen zu Lehrerinnen und Lehrern, die zur Risikogruppen gehören, oder eine irritierende Kommunikation: „Anstatt für Klarheit zu sorgen verunsichert Gebauer die Kommunen, Schulleitungen, Eltern und Kinder“, ärgert sich Stock.

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